| Allgemeine Hinweise |
Lernergebnisse und Kompetenzen:
Fachkompetenzen: • Zeichnen als epistemisches und performatives Medium verstehen • Die Beziehung zwischen Materialträger, Geste und Bedeutung analysieren • Eine experimentelle Zeichenpraxis jenseits konventioneller papierbasierter Techniken entwickeln • Eine individuelle Zeichensprache und künstlerische Position artikulieren Fachunabhängige Kompetenzen: • Kritisch über Autor:innenschaft, Spur und Indexikalität im Zeichnen reflektieren • sich innerhalb zeitgenössischer Diskurse über den Umgang mit Material und posthumane Handlungsfähigkeit positionieren • Ihren Prozess durch schriftliche und visuelle Reflexion dokumentieren
Prüfungsform/Art der Prüfungsleistung:
Über den Verlauf des Semesters ist ein Arbeitsbuch zu führen, in dem die Forschungsfragen, Prozesse, Erkenntnisse und Ergebnisse protokolliert werden. Das Buch dient später neben den Resultaten aus den praktischen Übungen als Grundlage für die Abschlusspräsentation, im Rahmen derer jede:r Studierende die eigenen Ergebnisse vorstellt und erläutert. Die Abschlusspräsentationen finden in der letzten Sitzung statt und sollten jeweils 15 Minuten dauern. Die Arbeitsergebnisse werden in der Gruppe diskutiert. Gewichtung: Arbeitsbuch 50%, Präsentation 50%
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| Lehrinhalt |
Die Lehrveranstaltung „Drawing as DNA” ist ein partizipatives Forschungslabor, in dem künstlerische Sprache durch die Begegnung mit Materialien, verkörperte Gesten und systematischem Experimentieren entsteht. Durch eine Reihe strukturierter experimenteller Protokolle, werden Oberfläche, Geste und Einschränkung als generative Faktoren bei der Entstehung visueller Sprache erforscht. Die Studierenden setzen sich mit unkonventionellen Zeichenuntergründen wie Samt, PVC und hybriden, mehrschichtigen Oberflächen auseinander. Diese Materialien werden nicht als neutrale Untergründe behandelt, sondern als aktive Mitwirkende, die das Setzen von Zeichen durch Reibung, Absorption, Transparenz und Widerstand prägen. Die Möglichkeiten des Materials werden in den Vordergrund gerückt. Zeichnen wird als körperliche Inskription betrachtet. Die Studierenden führen eine Abfolge gestischer Zeichenübungen durch, die das Sehen dezentrieren und Propriozeption, Rhythmus und Wiederholung betonen. Um gewohnte stilistische Entscheidungen zu destabilisieren, arbeiten wir innerhalb regelbasierter Systeme (z. B. Ein-Linien- Protokolle, Wiederholungsbeschränkungen, Zeichnen im Negativraum). Einschränkungen fungieren als generative Strukturen, durch die persönliche Bildsprachen entstehen. Wir bearbeiten und fügen Materialien durch Schneiden, Schichten, Falten und Nähen zusammen und erforschen Zeichnen als räumliche und skulpturale Praxis. Wiederkehrende Gesten und Markierungen werden identifiziert und als Liniengenealogien kartiert, was den Studierenden ermöglicht, über die Entstehung einer individuellen visuellen DNA zu reflektieren. Die Gruppenkritik ist als Dialog strukturiert und konzentriert sich auf materielle Entscheidungen, körperliche Prozesse und konzeptuelle Implikationen. |