| Lehrinhalt |
Der alljährliche Kurs „Einführung in den Schriftentwurf“ widmet sich im Wintersemester der serifenlosen Linear-Antiqua. Im 19. Jahrhundert (oder doch schon im ausgehenden 18.?) entstanden und als „Grotesk“ verunglimpft, dominieren sie seither das typografische Erscheinungsbild unserer westlichen Zivilisation. Dynamisch, statisch oder konstruiert: Das Modell wurde bereits tausendfach neu interpretiert – dem wollen wir nicht nachstehen und untersuchen, welche eigenständigen Varianten sich aus dem Klassiker noch ableiten lassen. Ausgehend von einer Auffrischung der handschriftlichen Übungen aus dem ersten Semester erarbeiten wir die Konstruktionsprinzipien serifenloser Schriften und lernen die Unterschiede ihrer stilistischen Bandbreite kennen. Anders als in vorherigen Semestern werden bewusst keine Display- oder Fantasieschriften gezeichnet, sondern konsequent im Rahmen der serifenlosen Linear-Antiqua gearbeitet. Kooperationspartner sind für dieses Projekt nicht vorgesehen.
Designfelder: Type Design, Typografie
Techniken/Tools/Methoden: Handzeichnung und Skizzentechnik, Analyse von Konstruktionsprinzipien serifenloser Schriften, digitale Umsetzung und Feinausarbeitung im Schrifteditor Glyphs, der uns hoffentlich wieder kostenlos zur Verfügung gestellt wird.
Lernziel: Die Studierenden lernen, die gestalterische Logik serifenloser Schriften zu verstehen und in einen eigenständigen, stimmigen Schriftentwurf zu übersetzen – von der ersten handschriftlichen Skizze bis zur digitalen Umsetzung. Sie entwickeln dabei Präzision im Detail, ein geschultes Auge für Proportionen und Ausdauer im iterativen Entwurfsprozess. Als Ergebnis entsteht je ein vollständiger digitaler Font mit Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern sowie den wichtigsten Satzzeichen. (Die genaue Form der Abschlusspräsentation besprechen wir im Kurs.)
Lehrsprache: Das Projekt wird auf deutsch und bei Bedarf auf englisch angeboten. |