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Zum dritten Mal öffnet uns das Futurium das eigene Haus – diesmal mit einer konkreten Anfrage. Im Treppenauge, dem offenen Luftraum über der Haupttreppe, hängt bislang der sogenannte Tornado: eine Visualisierung der Großen Beschleunigung aus Blechstreifen. Sie sieht gut aus, verstellt aber den Blick auf die neue Sonderausstellungsfläche und erschließt sich inhaltlich nicht. Das Futurium will sie ersetzen und fragt uns, wodurch.
Gesucht wird eine Installation, die Besucher.innen schon beim Hochgehen in den Bann zieht – und die nicht auf ein einziges Thema festgelegt ist. Anlass ist der Themenschwerpunkt Weltraum, aber die eigentliche Aufgabe liegt darin, kein Bild zu entwerfen, sondern ein System: etwas, das unterschiedliche Themen aufnehmen kann, ohne beliebig zu werden. Denkbar ist außerdem, dass Besucher.innen das Ding vom Geländer der Ausstellungsetage aus beeinflussen oder bespielen können.
Die Arbeiten sind definitiv installativ, wahrscheinlich interaktiv, möglicherweise digital und eventuell kinetisch. Sie hängen über den Köpfen der Besucher.innen – es gelten erhöhte Anforderungen an Sicherheit und Brandschutz, und die Treppe darf weder dunkel noch flirrend werden, weil sonst Stolpergefahr entsteht. Diese Bedingungen sind keine Einschränkung der Idee, sondern ihr Prüfstein: Was unter diesen Umständen trägt, trägt wirklich.
Ansonsten gibt es bewusst keine thematischen Vorgaben – jede mutige, fortschrittliche und vielleicht auch verrückt anmutende Idee ist willkommen, solange sie die Möglichkeiten des Futuriums konsequent weiterdenkt.
Ablauf: Am Montag treffen wir uns pünktlich um 10:30 Uhr im Futurium zu einer Führung und einer Einführung in den Ort, seine baulichen Bedingungen und den Themenschwerpunkt Weltraum. Ab Dienstag läuft das Kurzzeitprojekt an der HTW weiter: In Kleingruppen entstehen eigene Konzepte, die visualisiert und – wo möglich – prototypisch umgesetzt werden. Am Freitag werden die Ergebnisse präsentiert.
Designfelder:
Szenografie, Spatial Interaction Design, Creative Technologies. Vor allem aber: systemisches Entwerfen – keine Installation zu einem Thema, sondern eine Struktur, die Themen aufnimmt.
Techniken/Tools/Methoden:
Ortsanalyse, Zukunftswerkstatt, Konzeptarbeit in Kleingruppen. Räumliche Darstellung in Skizze, Modell, 3D und Montage in die reale Situation.
Lernziel:
Ihr entwerft für einen Ort, an dem die Idee halten muss – über den Köpfen von Besucher.innen. Ihr lernt den Unterschied zwischen einem Bild und einem System: Ein Motiv erschöpft sich mit dem Thema, eine Struktur überlebt es. Ihr lernt, Auflagen als Material zu behandeln. Und ihr lernt, einen Vorschlag so vorzulegen, dass eine Institution ihn ernst nimmt. Die Arbeit endet nicht mit der Note: Eine der Arbeiten könnte im Futurium realisiert werden.
Lehrsprache: Das Projekt wird auf deutsch und bei Bedarf auf englisch angeboten. |