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Asymmetrien der europäischen Finanzarchitektur – zwischen Souveränitätsvorbehalt und gemeinsamer Haftung
Die Wirtschafts- und Währungsunion ist asymmetrisch angelegt: Die Geldpolitik ist im Euroraum vergemeinschaftet, Wirtschafts-, Fiskal- und Sozialpolitik bleiben weitgehend mitgliedstaatlich. Diese Konstruktion prägt jedes Vertiefungsvorhaben und erklärt, warum die Integration dort ins Stocken gerät, wo sie auf nationale Souveränitätsvorbehalte trifft. Das Modul verfolgt dieses Muster in drei Schritten: der Währungsunion und ihren Fiskalregeln, der unvollendeten Banken- und Kapitalmarktunion sowie dem Kommissionsprogramm der Spar- und Investitionsunion, das die Finanzintegration mit Wettbewerbsfähigkeit und privater Vermögensbildung begründet. Im Zentrum steht der wiederkehrende Konflikt zwischen supranationalem Gestaltungsanspruch und national verankerter Sozialstaatlichkeit, sichtbar an der europäischen Haushaltsüberwachung, der blockierten gemeinsamen Einlagensicherung und der kapitalmarktbasierten Altersvorsorge. Ziel ist ein Verständnis dafür, warum die politisch gewollte Finanzintegration regelmäßig an ihre Grenzen stößt, wenn sie Haftung und Umverteilung zwischen den Mitgliedstaaten voraussetzt. |