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Wir leben bereits in einem zur Realität gewordenen Science-Fiction-Film! Fast alles, was dieses Genre einst entworfen hat – allgegenwärtige Rechenleistung, Big-Tech-Monopole, Hologramme, Sensoren, Roboter, VR – ist Realität geworden oder hat sich als ausgemachter Blödsinn herausgestellt. Das Hauptprojekt zerbricht diesen naiven Realismus der Zukunftsvisionen und transformiert das Genre dialektisch: Nicht mehr Spekulation über neue Objekte, sondern transgredierende Kritik, die die verborgenen Machtkonstruktionen der Gegenwart aufdeckt. Welche ontologischen Brüche, epistemologischen Umstürze und neuen Subjektformen entstehen jenseits der objektivierten Technik-Realität? Das Format ist der experimentelle Konzeptfilm. Jede.r Studierende entwickelt ein eigenes, präzises Konzept und folgt diesem stringent in der Entwicklung eines Kurzfilms von maximal zwei Minuten. Gruppenarbeit ist möglich und erwünscht. Optional kann der Ansatz essayistisch sein, solange der Sci-Fi-Bezug klar bleibt. Jeder Film ist einkanalig angelegt und wird für ein spezifisches Ausgabemedium konzipiert. Zum Konzept gehört explizit auch die Präsentationsform: etwa ein randloser Großformatmonitor mit Sitzbank, ein Hologramm-Projektor oder ein alter, ausgebauter LCD-Monitor im 4:3-Format in einer Plexiglasbox auf dem Boden. Jeder Monitor wird nur einmal genutzt; Raum, Medium und Film bilden jeweils eine eigene, prägnante Setzung im Gesamtraum. Klassische Filmproduktion – Dreh mit Kamera, Set, Drehbuch im herkömmlichen Sinn – ist ausdrücklich ausgeschlossen. Stattdessen entwickeln wir neue Formen der Filmproduktion durch Bild- und Videogenerierung, synthetische Archive, algorithmische Montage oder hybride Workflows aus Found Footage und Machine-Learning-Systemen – nach dem Grundsatz: „Filmproduktion ist tot, Hollywood ist tot!“. Das Projekt versteht Sci-Fi als Labor, um sowohl Inhalte als auch Produktionsweisen zu hinterfragen und alternative Zukünfte – ästhetisch, technologisch und gesellschaftlich – zu entwickeln. Ziel ist eine dichte, räumliche Präsentation im Rahmen der Werkschau. Die Ergebnisse können vollständig oder als Auswahl 2027 im neuen Schwerpunkt „Weltraum“ im Futurium ausgestellt werden. Der Kurs kann auf Englisch stattfinden. The course can be held in English. |